Erfolgreicher 1. Kreativclub zur Projektentwicklung Rittergut Riesa

Reger Austausch zu Nutzungskonzepten und zukunftsweisenden Plänen für das Rittergut Riesa mit Bekenntnis der Stadt

Am 27. Mai 2021 lud die Kreishandwerkerschaft Region Meißen und die Staatliche Studienakademie Riesa im Rahmen des BMBF-Förderprojektes „WIR! – Das Handwerk als Innovationsmotor in der Elberegion Meißen“ zum Innovationsclub in die Offene Werkstatt ein. Die Agenda versprach interessante Vorträge und Informationen zum aktuellen Stand des WIR!-Projekts und zur Zukunft des Ritterguts Riesa/Gröba. Die Offene Werkstatt der Langen Straße in Riesa bot den geeigneten Raum um Handwerk, Kommunalpolitik, öffentliche Verwaltung sowie Innungsvertreter und Nutzungsinteressenten unter den aktuell zu berücksichtigen Bedingungen zusammenzubringen.

Die Projektleiterin des Teilprojektes „Kreativdialog“ und Direktorin der Staatlichen Studienakademie Riesa, Prof. Dr. Ute Schröter-Bobsin eröffnete den Abend und erläuterte, das Ziel des Projektes, die Zusammenführung des regionalen Handwerkes mit der Kreativwirtschaft.

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Region Meißen, J.-T. Jacob stellte den aktuellen Stand des WIR!-Projektes und anschließend konkrete Nutzungsideen im Ritterguts vor., Im „Elbflügel” existieren bereits konkrete Pläne und so könnte sich zeitnah eine Einsatzstelle der Sächsischen Jugendbauhütte wiederfinden. Weitere Nutzungsinteressenten wurden in der Runde vorgestellt.

Zentraler Punkt des Abends war der Turmflügel des Ritterguts in Riesa/Gröba. Claudia Muntschick vom Kreativen Sachsen e.V. stellte ein mögliches Nutzungskonzept für den Turmflügel der ehemaligen Tabakfabrik vor. Dieses Konzept geht aus einem Workshop mit einem breiten Beteiligungsfeld hervor. Nach Meinung des Kreativen Sachsen, des WIR-Projektes und der beteiligten Akteure hat das Rittergut ein enormes Potenzial sich als Treffpunkt und Arbeitsraum in Riesa für Kreativschaffende, Handwerk und Bildung zu etablieren. Neben der derzeitigen Projektförderung durch das BMBF für Projekt „WIR! – Das Handwerk als Innovationsmotor in der Elberegion Meißen“ wäre eine GRW-Förderung die bestmögliche Lösung für die Sanierung des Turmflügels. In diesem Turmflügel, dessen Eigentümer die Stadt Riesa ist, würde die Innovationsakademie des Handwerks verankert werden. Laut Frau Muntschick, selbst ehemalige Architektin und gut vernetzt in der Förderlandschaft, wird die Symbiose aus WIR-Projekt und GRW-Förderung geradezu auf dem „Silbertablett“ serviert und die Stadt müsse nur zugreifen, um aus der Brache Rittergut, einen neuen Anlaufpunkt für die Region zu gestalten.

Um das Potenzial des alten Ritterguts nochmals zu unterstreichen referierte Martin Fiedler vom Verein „Wir gestalten Dresden e.V.“ über die Entwicklung der ehemaligen Kohlefabrik im Kraftwerk Mitte Dresden. Seiner Meinung nach hat auch das Rittergut Potenzial für einen ähnlichen Anlaufpunkt. Es sei jedoch wichtig, an diesem Ort Akteure mit einem kreativen Denkweise anzusiedeln und diesen Freiräume zu lassen. Die Zusammenarbeit, die in solch einem umgestalteten Fabrikbau entstehen kann, führt dazu, dass die Nutzer voneinander profitieren, indem sie eng miteinander zusammenarbeiten und im ständigen Austausch stehen. Externe Nutzer könnten durch die Einrichtung einer Gastronomie oder Eventflächen eingebunden werden.

Oft fiel in den beiden Impulsvorträgen das Wort „hipster“, welches laut Duden einen modernen und individuellen Lebensstil ausdrückt. Genau hier ist eine Schnittstelle zwischen der modernen Kreativwirtschaft und dem individuellen sowie traditionellen Handwerk der Region, welche voneinander profitieren können. Aus den Vorträgen ergab sich eine rege Diskussion zwischen den Gästen und den Referenten zu Themen einer möglichen Nutzerstruktur, zu verschiedenen Betreibermodellen und dessen Finanzierung.

Abschließend betonte Marco Müller, Oberbürgermeister der Stadt Riesa, dass die Wiederbelebung des Ritterguts sowohl für die Stadt Riesa als auch für das Handwerk und die Kreativwirtschaft eine riesige Chance für die Region sein kann: „Lassen Sie uns diese Chance beim Schopfe packen!“

Bereits im Juli 2021 soll es konkret werden. Die Kreishandwerkerschaft Meißen und die Staatliche Studienakademie Riesa laden interessierte Vertreter und Unterstützer aus Wirtschaft, Handwerk und Lokalpolitik zumInnovationsclub ein. In diesem Gedankenaustausch mit Workshop-Charakter sollen konkrete Ideen und mögliche Projekte für den Turmflügel des Ritterguts zu einer Anlaufstelle von Handwerk, Wirtschaft, Bildung und Kultur entwickelt werden. Das Projektteam des Kreativdialogs wird diesem Schritt auch an ausgewählte Handwerksbetriebe herantreten, um einen wissenschaftlichen Begleitprozesses anzuregen und zu erfahren wie Innovationen im Handwerk gefördert werden können.

Claudia Muntschick vom Kreativen Sachsen über das mögliche Nutzungskonzept

Jens-Torsten Jacob zum weiteren Projektverlauf